Terra Preta - Die Schwarze Erde

Foto: Markus Spiske

Mit der Verarbeitung der Holzkohle aus dem Chantico-Terrassenofen zu Terra Preta können Sie Ihren Gartenboden nachhaltig verbessern.

Terra Preta speichert Wasser, so dass ihre Pflanzen klimatische Trockenperioden besser überstehen können. Grund dafür ist die große Oberfläche der Holzkohle. „(Holzkohle ist) in so hohem Grade porös, einem höchst feinen Schwamm vergleichbar … “ (Meyers Warenlexikon, 1920). Zudem absorbiert die Holzkohle die Nährstoffe aus dem zugesetzten Dung und bietet idealen Lebensraum für Mikroorganismen. Mikroorganismen produzieren energiereiche, von anderen Lebewesen verwertbare Stoffe und fördern so die Vielfalt des Bodenlebens, holen Stickstoff aus der Luft, die die Pflanzen zum Leben brauchen, gehen Symbiosen mit Pflanzen ein und schließen Nährstoffe für Pflanzen auf.

Gleichzeitig können Sie mit der Einarbeitung der Holzkohle einen Beitrag dazu leisten, der Atmosphäre CO2 zu entziehen und dauerhaft im Boden zu lagern. Würde Terra Preta im großen Stil weltweit angewandt, so könnte der CO2 Ausstoß um bis zu 20 % verringert werden – ein womöglich entscheidender Beitrag zum Klimaschutz.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Terra Preta herzustellen. Wir haben gute Erfahrungen mit folgendem Mischungsverhältnis gemacht:

Foto: Markus Spiske
  1. Fermentationsphase: Das Ganze gut mischen und in einen weitgehend dichten zum Erdboden offenen Behälter füllen, oben mit Folie abdecken und mit Steinen beschweren. Ähnlich der Sauerkrautherstellung kommt es unter Luftabschluss zur Fermentation. Je höher die Außentemperaturen, je schneller läuft der Prozess ab, im Sommer ist die Fermentationsphase nach ca. 6 bis 8 Wochen abgeschlossen, man merkt das am leicht nussigen, pilzigen Geruch des Materials.
  2. Vererdungsphase: das fermentierte Terra Preta Gemisch, das jetzt nach feiner Walderde etwas pilzig duftet, auf ein freies Stück Gartenland aufbringen und mit Mulch abdecken, in Hitzeperioden evtl. gießen. Die auf Dauer zu erhaltende Mulchschicht schützt vor Austrocknung und ernährt gleichzeitig die „Herde unter der Erde“ (Mikroorganismen, Pilze und Kleinstlebewesen).  Nach Ablauf von 3 bis 6 Monaten entsteht so ein äußerst fruchtbarer Dauerhumus.
  3. Füttern der Terra Preta: Während der warmen Jahreszeit können Sie Ihre Terra Preta Erde füttern mit grünen Smoothies. Füllen Sie Ihren Mixer mit Küchenabfällen, z.B. Kartoffel- und Zwiebelschalen, tun Sie eine Handvoll Holzkohle hinzu, füllen Sie mit Urin und Regenwasser auf. Alles gut mixen, das Flüssige abseihen und aufs Beet gießen, den Brei mit Terra Preta Erde 1:1 mischen und unter den Mulch geben. Nach einigen Tagen wimmelt es nur so von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen und die Pflanzen danken es mit enormem Wuchs.

In vier Workshops im Sommer 2013 entstanden jeweils Terra Preta Mischungen, die vom Nachfolge-Workshop ausgebracht und verteilt wurden. Auf sehr magerem Boden entstand so im Laufe eines Sommer ein prächtiger Garten. 

Chantico - Ein Familienbetrieb

Unser Chantico ist echte Wertarbeit.
Mag die Idee eines Pyrolyseofens auch bereits tausende Jahre alt sein, so ist uns die heimische Produktion und die Endabnahme all unserer Werkstücke wichtig.
Die Sagawe & Sohn GbR produziert im grünen Weserbergland für und mitten in der Natur.

Erfahren Sie mehr über Terra Preta

Leider gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenige empfehlenswerte Literatur zum Themenkomplex Terra Preta, seiner Verwendung im heimischen Garten, über seine Herstellung und der richtigen Konzentration. Wir empfehlen Ihnen deshalb drei Standardwerke, die wir Ihnen gerade für den Beginn ans Herz legen können.

Ebenfalls lesenswert empfinden wir das Buch „Cool Down – Mit Pflanzenkohle die Klimakrise lösen?“ von Albert Bates und Kathleen Draper, die sehr eindeutig auf die Wichtigkeit von der Verwendung regionaler Kohlensubstrate zur Anreicherung des Bodens eingehen und in Ihrem Werk aufzeigen, dass dies ein wichtiger Baustein zur Einhaltung unserer Klimaziele sein kann.

Erwähnenswert sind hier die Bücher „Natürlich Gärtnern mit Terra Preta“ von XYZ, welche sich an das Praxiswissen für die Verwendung von Terra Preta verschrieben hat, sowie „Gärtnern nach dem Terra-Preta-Prinzip“ von XYZ, die expliziter auf die Herstellung von fruchtbarer schwarzer Erde eingehen.

Beide Bücher sehen wir als hilfreichen Einstieg in die Welt der eigenen wertvollen anthropogenen Erde.